31. Mai 2012
Es geht dem Ende zu!
Noch ist ein Viertel meiner Zeit hier in Äthiopien verblieben, und doch scheint
sich hier alles dem Ende zu neigen. Mittlerweile ist die „kleine Regenzeit“
vorüber, die Hitze brütet wieder über der Stadt und das Schuljahr wird in ungefähr
zwei Wochen mit dem Beginn der nationalen und schulinternen Examina enden.
Offiziell werden die Schulen um den 10. Juli europäischer Zeit geschlossen,
doch der Unterricht endet bereits früher.
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| Unsere Photoausstellung |
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Bereits jetzt
beginnen die Schülerzahlen zu sinken, bzw. von Tag zu Tag zu schwanken. Nur die
jüngsten unserer Schüler kommen unerschütterlich jeden Tag zu unseren Stunden.
Auch von meiner Seite lässt zusehends die Energie nach, den Unterricht jedes
Mal neu und kreativ zu gestalten. Es stellt sich allgemein das Gefühl ein, dass
ein Jahr doch genau die richtige Zeit gewesen ist, hier zu unterrichten.
Keinesfalls möchte ich die vergangenen Monate missen, doch ebenso wenige
verspüre ich momentan die Motivation meine Lehrertätigkeit auszuweiten.
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| Schüler vor dem Eingang zum Labor |
Am vergangenen Wochenende
haben wir mit Erfolg unsere bereits von langer Hand geplante Photoausstellung präsentiert. Uns wurde
das Labor der Schule zur Verfügung gestellt, in dem wir zahlreiche Plakate mit
Photos präsentierten, die ein Stück Deutschland greifbar machen sollten.
Zahlreiche Themen, wie etwa Natur, Jahreszeiten, Tradition, Stadt, Transport,
Gebäude etc. wurden dargeboten. Dazu verfassten wir verschiedene Texte mit
Beschreibungen und Erklärungen zu unserer Heimat. Jene wurden allerdings zum
allergrößten Teil nur von Lehrern und unseren Freunden gelesen. Aus diesem
Grund war unsere Deutschlandausstellung
von Anfang an als Photoausstellung angedacht.
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| Arenät - einer unserer Schüler |
Am vergangenen
Samstag und Sonntag kamen schließlich viele Schüler, Freunde von außerhalb und drei Lehrer von unserer Schule. Damit
ist die Ausstellung in gewisser Weise auch zu einem Miniaturbild unseres Jahres
an der Schule geworden. Das von Anfang an mäßige Interesse der Lehrer an uns
und noch viel mehr an unserer Arbeit spiegelte sich in der Zahl der
erschienenen Lehrer wider. Dem gegenüber stand stets die Begeisterung einiger
Schüler, die uns über das ganze Jahr hinweg begleitet haben. Trotzdem denke
ich, dass die Ausstellung ein gelungener Abschluss unserer Schultätigkeit
gewesen ist.
Für den Erfolg der
Ausstellung sei all jenen gedankt, die uns von Deutschland aus mit Photos
unterstützt haben. Insbesondere meinen Geschwistern Theresa und Daniel möchte
ich für ihre aktive Mühe danken!
Des Weiteren
versuchen wir momentan weiterhin die lokale Wirtschaft durch zahlreiche
Restaurantbesuche anzukurbeln. Da ich vom Erfolg dieses Vorhabens absolut
überzeugt bin, werde ich wohl auch noch in der kommenden Zeit diese Strategie
verfolgen.
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| Ich - als großer Erklärer Deutschlands |
Darüber hinaus wurde
uns vorgeschlagen in den verbleibenden Wochen nach Ende des Schuljahres ein
Praktikum zu absolvieren. Zu diesem Zwecke habe ich mich bereits an unseren
Mentor David gewandt, der hier in Awassa am Council
of Nationalities arbeitet. Dabei handelt es sich um das Regionalparlament
von SNNPR, welches in etwa mit einem Landtag zu vergleichen ist. Noch habe ich
keine Rückmeldung erhalten, hoffe jedoch darauf, dass mir dieses Praktikum
ermöglicht wird.
Das letzte Viertel
meines Auslandsaufenthalts kann also beginnen und ich bin gespannt, welche
neuen Dinge es noch für mich bereithält.
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