Montag, 5. September 2011

Vorbereitungsseminar auf der Katlenburg

14. – 22. August 2011

Zur Vorbereitung unseres gemeinsamen Jahres im Ausland, wurden alle Freiwilligen des Programms meiner Entsendeorganisation, auf ein Seminar eingeladen. Auf der Katlenburg, nahe dem gleichnamigen Ort, wurden wir auf herzlichste Weise von unseren „Teamern“ empfangen, welche sich nicht als „Betreuer“ verstanden wissen wollten. Es sollte eine freie Art des Lernens und des Voneinander-Lernens sein. Die 56 Freiwilligen dieses Seminars waren zwar nur ein kleiner Teil all jener, welche am weltwärts-Programm teilnehmen werden, dennoch erstreckten sich die Einsatzplätze von Nepal über Tadschikistan, Äthiopien und Malawi, bis hin nach Kamerun und Togo.
Einige der Seminarteilnehmer kannte ich bereits vom Auswahlseminar, welches Ende 2010 in Berlin stattgefunden hatte, so auch meinen zukünftigen WG-Mitbewohner Klaas. Meine Mitbewohnerin Rahel lernte ich hier ebenfalls kennen, und so konnten wir alle uns auf das Zusammenleben vorbereiten und uns besser kennenlernen. Auf der einen Seite war es interessant sich mit jenen bereits bekannten abermals auszutauschen. Andererseits war es erbaulich und motivierend, neue Gesichter kennenzulernen und sich über Einsatzplätze, persönliche Hintergründe, Gesellschaft, Politik und vieles andere auszutauschen.
Inhaltlich erarbeiteten wir uns in Länderarbeitsgruppen und Workshops Themen, welche uns während des FSJ berühren würden. Rassismus und seine gesellschaftliche Prägung, globale Kommunikation, Teambuilding, Länderkunde, Geschlechterrollen, Ängste und Erwartungen waren nur einige der vielen Themen.
Auch fanden modernste Lehr- und Arbeitsmethoden, sowie Lernreflexionen statt, die größtenteils zu einer angeregten und entspannten Atmosphäre beitrugen. Meinem Empfinden nach war neben der inhaltlichen Vermittlung besonders das Schaffen einer angenehmen und gelösten Atmosphäre auf zwischenmenschlicher Ebene von Bedeutung. Verschiedene Meinungen und Motivationen kamen zusammen und mündeten in fruchtbarem Austausch und vielen Diskussionen, sowie angeregten Gesprächen.
Viel Zeit wurde im Freien und beim Essen verbracht. Außerdem konnten wir uns im eiskalten Bach unterhalb des Burgbergs erfrischen. Auf diese Weise empfand ich das Seminar als kurzweilig und die neun Tage vergingen wie im Flug. Eine Aussage, die mir besonders in Erinnerung geblieben ist, ist die folgende: „Ich werde jetzt nachhause fahren, aber ankommen werde ich dort nicht mehr; denke ich.“ Dieser Satz traf am letzten Seminartag genau meine Empfindung der gegenwärtigen Situation. Im Kontakt mit den anderen Äthiopien-Freiwilligen hatte ich mich bereits völlig auf die Ausreise; auf das noch fremde Land vorbereitet. Mein Herz war nun auf Neues eingestellt.
Da der Flug bereits eine Woche später stattfinden würde – am 30. August 2011 –, bedeutete das Nachhausefahren nur noch ein Packen und Verabschieden, jedoch keine Rückkehr in das Gewohnte. Und genau so passierte es: Ich verbrachte die Tage mit Organisatorischem, Besorgungen und letzen Treffen mit Freunden und Verwandten. Diese Verabschiedungen waren mir sehr wichtig, werde ich meine Freunde und Familie doch für ein Jahr nicht sehen. Und nach der Rückkehr wird sich mein Umfeld noch weiter verändern und verändert haben, als es dies ohnehin schon nach dem Ende der Schule getan hat. Den Tag der Ausreise konnte ich nun nicht mehr abwarten, ich war bereits weg!

1 Kommentar:

  1. Hey,
    so ich habs jetzt auch endlich geschafft meinen blog einzurichten :D

    http://matti-weit-weg.blogspot.com/

    viel spaß noch weiter in äthiopien ;)

    Matti

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